Happy End-Geschichte von BENITO (BENNO)

 

„Ja, was ist denn das für einer?!“ – Das war unsere erste Reaktion, als wir Benito bei uns in Empfang nahmen. Zerzaust, alles andere als wohlriechend, schmutzig (mit einem kleinen Sandstrand im Fell), mit schiefem Kopf  und offensichtlich krank. Völlig erschöpft lag Benito erst mal hier im weichen Körbchen, das schon für ihn bereitstand, und war erst mal froh, schlafen zu können. Mit diesem so schlechten Allgemeinzustand hatten selbst nicht mal die Leute der Salva-Hundehilfe gerechnet. Auf dem Foto, mit voller Lockenpracht, hatte man schlichtweg manches nicht erkennen können und vor Ort im Tierheim in Spanien fehlte es an Zeit und Personal, um sich Benito ausführlicher widmen zu können.

Aber nicht nur Benitos schlechte Versorgung in seinem früheren Leben wurde uns schnell  klar. Genauso schnell waren wir uns einig darüber, dass wir hier einen außerordentlich lieben Hund in unsere Obhut bekommen hatten. Ein Herz von einem Hund, um genauer zu sein!

Und hier begann dann der zweite Teil des gemeinsamen Abenteuers: Benito/Benno hatte nämlich sehr schnell entschieden, dass hier und jetzt sein Platz ist, an den er gehört. Eigentlich als Pflegetier in unsere Obhut genommen, hat er bei seinem „Pflege“-Herrchen schon am ersten Tag kundgetan, wo er sein und auch bitte bleiben will: Mit einem riesigen Freudengewedel seines kleinen Stummelschwänzchen schmiss er sich förmlich an dessen Beine und legte sich dort ab, als ob er nie woanders gelegen wäre… Streicheleinheiten, gerade vom geliebten Herrchen, quittiert unser Schmusebär auch heute noch mit lautem Grunzen, voller Genuss und Vertrauen! Er ist nicht unser erster Hund, aber sowas haben wir noch nie gehört.

Mit einem tiefen Seufzer–in einer Mischung aus Schmerzen, aber auch offensichtlicher Wohltat darüber, dass endlich, endlich all die vernachlässigten gesundheitlichen Baustellen behandelt werden!- hat er sich damals hingelegt und vertrauensvoll in unsere Hände und die Hände der Tierärztin begeben. Er hat sich hingelegt und machen lassen und war froh, jetzt hier zu sein – das hat uns sehr berührt. Und natürlich kam die Frage immer wieder auf: Wieso hat sich nicht früher jemand um dieses liebe Tier gekümmert?!

Ja, es gab und gibt eine ganze Menge zu tun bei Benito: Eine saftige eitrige und chronische Ohrenentzündung, die sich unter den vor Ohrendreck schwarz-schmutzigen Ohren verbarg, beide Ohren außen vom Schuppern der Schmerzen wegen so aufgerieben, dass das Fell an diesen Stellen nie wieder nachwachsen kann – ein gerissenes Augenlid, woher auch immer, und vor allem zahlreiche, bis auf den Knochen vollkommen entzündete Zähne, die schon vor Jahren hätten entfernt werden müssen. Die Zähne hatten ihre Spur schon außen hinterlassen: Benitos Lefze hing, als er nach Deutschland kam, stark nach unten. Die Ehrlichiose, von der wir schon vor Abreise wussten, war hingegen ein relativ leicht zu behandelndes Thema… und wir waren froh, in Deutschland die Medikamente dafür zu bekommen.

Die schlimmsten Baustellen sind mit der engagierten Hilfe von Frau Dr. Link, Tierärztin in München, schon entfernt: Die eitrigen Zähne sind draußen, und der Riss am Auge, der ein ständiges Tränen verursacht hatte, ist wunderschön vernäht und problemlos geheilt. Die hängende Lefze ist verschwunden nach der Zahn-OP, was uns doch zeigt, wie dringend Benitos Behandlung war! Wir sind von Herzen froh, dass er hier in Deutschland so umfassend und gut behandelt werden konnte und kann!

Jetzt muss Benno erst mal zu Kräften kommen, kann endlich auch mal festere Leckereien kauen und genießen und vor allem heißt es jetzt: Gassi gehen! Das kennt er nämlich offensichtlich noch gar nicht und so gewöhnt er sich jetzt zusammen mit unseren anderen Hunden an größere und kleinere Spaziergänge in und um München. Übrigens: Was ein echter spanischer Gentleman ist, begegnet er allen anderen Hunden stets freundlich unterwegs. Und sein Geschäft wird nur außerhalb erledigt, selbstredend.

Ja, einen so behandlungsbedürftigen Hund hatten wir nicht erwartet. Aber wirklich auch keinen so treuen, so zottelig dahintrottenden und so verschmusten Begleiter! Und die Baustellen, die bekommen wir, zusammen mit der Salva-Hundehilfe und der tollen Unterstützung von Frau Link, auch noch hin! Jetzt kann der Teil vom Leben beginnen, den Benno eigentlich schon viel früher verdient hätte.