Happy End-Geschichte von ANTON (ehemals NAPOLEON)

Napoleon, vor einem Jahr adoptiert, heißt jetzt Anton. Er ist ein richtiger Seelenhund und ich möchte mich auf diesem Wege nochmals ganz herzlich bei Martina Henning und dem ganzen Salva-Team sowie dem Team aus La Linea für ihre Sachkenntnis und ihren Einsatz bedanken. Lange schon suchte ich nach einem Hund aus dem Tierschutz, der mit Katern, Hühnern und Kaninchen klar kommt und den ich, nach Eingewöhnung, zum Hospizdienst, der Begleitung Sterbender, mitnehmen könnte. Die Hunde, die ich in Erwägung zog, waren entweder reserviert oder versprochen. Ich hatte die Hoffnung fast aufgegeben, als ich eine Mail von Martina Henning erhielt, in der sie mir Anton vorstellte. Als ich die Bilder sah, war es Liebe auf den ersten Blick und der Katzentest fiel auch positiv aus.

Drei Wochen später konnten wir, nach einer Vorkontrolle bei uns, Anton nachts mit dem Tiertransport von Spanien kommend, abholen. Wir hatten einen Pflegevertrag unterschrieben, was mir persönlich sehr große Sicherheit gab, falls es mit ihm und meinen anderen Tieren nicht klappen würde. Die ersten Wochen wirkte er sehr traumatisiert auf uns. Er lag fast ausschließlich apathisch da, aß nur nachts und hatte kaum Muskeln. Beim Spazierengehen wurde ich oft auf seinen Zustand angesprochen. Mit unseren Tieren kam er aber von Anfang an super aus. Anton kannte weder Treppen noch Autofahren, er hatte in seinem vorherigen Leben bestimmt niemals Sitz gemacht, noch wurde mit ihm spazieren gegangen. Alles war für ihn neu. Kulturschock! Mein Vorsatz mit ihm eine Hundeschule zu besuchen, gab ich sofort auf, als ich ihn näher kennenlernte, da ich merkte, dass es ihn nur stressen würde. Stattdessen gehe ich jeden Tag einfach intensiv mit ihm spazieren und einmal die Woche noch zusätzlich in ein Revier für Hunde, wo er frei mit anderen rumtollen kann.

Anton’s Lieblingsbeschäftigung

Und nach und nach veränderte er sich, er wurde offener und freier, fraß mir auch aus der Hand und nach einem Vierteljahr sah ich ihn zum ersten Mal kurz rennen. (Bis zu diesem Zeitpunkt dachte ich echt, er wäre nicht fähig dazu). Anton ist ein sehr sanfter, ruhiger Riese mit großer Individualdistanz, bellt und knurrt nur im äußersten Notfall. So hat ihn mein Mann in diesem Jahr noch nie bellen gehört. Er geht mittlerweile bei mir traumhaft an der Leine, kann alle Kommandos, die mir wichtig sind und hat die Gehorsamsprüfung zur Leinenbefreiung, bei uns für jeden Hund fürs Ableinen verpflichtend, bestanden. Er fährt gern Auto, lernt schnell, was ich von ihm erwarte, liegt wahnsinnig gern unterm Tisch auf seinem Platz, ruht sich aus, schont seine Ressourcen und lässt sich sehr gern von mir kämmen und streicheln.

Beim Hospizdienst

Er hat sich in kürzester Zeit unserem Leben souverän angepasst und ich kann ihn vor allem problemlos zur Sterbebegleitung mitnehmen. Er läuft mit am Rollstuhl, erschreckt sich nicht vor den ganzen Apparaturen in den Pflegeheimen und ist sehr zart, vorsichtig und einfühlsam zu den sterbenden Menschen. Ich nehme ihn im Hospizdienst nur zu Menschen mit, von denen ich weiß, dass sie Tiere lieben und sie sind sehr glücklich, wenn sie noch seine Schnauze berühren dürfen.

Anton kann auch gut zuhause bleiben, er stellt überhaupt nichts an, hat keinen Jagdtrieb und ist zu jedem Menschen und jedem Tier, egal ob er an- oder abgeleint ist, distanziert freundlich. Bei Junghunden in der Pubertät neigt er manchmal zu kleinen Erziehungsversuchen und bei Streitigkeiten zwischen Hunden ist er durch seine Präsenz bestrebt, wieder Ruhe herzustellen. Er liebt seine täglichen ruhigen kilometerlangen Spaziergänge in der Natur mit viel Schnüffeln und ist, obwohl er weder bellt noch aufgeregt wirkt, wirklich äußerst wachsam. Angst hat Anton fürchterlich vor Schüssen, Feuerwerk und vorbeifahrenden Pick Ups, Respekt vor sehr großen schweren Hunden wie Doggen.

 

Anton’s Lieblingsbeschäftigung

Jetzt noch was Anton alles nicht macht, worüber wir aber gar nicht traurig sind: Apportieren, Spielen weder mit Menschen noch mit anderen Hunden, Rennen, Bellen, Schwimmen, Kuscheln, für ihn sinnlose Anweisungen befolgen, Agility, für Leckerlies alles tun, seinem Menschen unbedingt gefallen wollen, einschmeicheln,………..

Dafür ist er souverän, selbstständig, unbestechlich und wenn er etwas nicht einsieht, extrem stoisch, eine Couchpotatoe, die es aber nicht liebt, auf der Couch zu liegen. Er genießt es mit kleinem räumlichem Abstand bei uns zu sein. Seine Mottos könnten lauten: „ In der Ruhe liegt die Kraft“ und „ Sport ist Mord“

Ein Traumhund für uns, für eine junge Familie mit kleinen Kindern oder Jugendlichen wahrscheinlich zu „langweilig“ und zu selbstständig. Er ist die gechillte Katze im Hundekörper.
Nochmals mein herzlicher Dank, dass Sie in Spanien und Deutschland das passende Hunde-Menschen-Team ausgesucht haben. Ich möchte daher jedem Mut machen, sich für einen Hund aus dem Tierschutz zu entscheiden.