Happy End-Geschichte von ENRY

Mein kleiner Spanier

 Am 13. März 2016 war es soweit….Enry zog bei mir ein.

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Da ich schon zwei Tierschutzhunde hatte, war klar, es sollte wieder eine Seele werden, die es dringend nötig hatte. In den Tierheimen meiner Umgebung war ich fast ein halbes Jahr auf der Suche, aber irgendwie war nie der „Richtige“ dabei.

Happy_End_Enry_2Dann erinnerte ich mich daran, dass meine Mutter einen Hund aus dem Auslandstierschutz geholt hatte und fing an auch mit diesem Gedanken zu spielen, obwohl ich anfangs doch sehr unsicher war, denn ich würde ausser ein paar Bildern und Infos nichts weiter über meinen neuen Begleiter wissen…doch irgendwie sagte mein Bauch mir, versuche es, wage es…und so fand ich dann auch über Kontakte meiner Mutter im Internet Enry…Ich entschied mich ihn erstmal als Pflegehund bei mir  aufzunehmen, denn wer weiss ob es passt,  so mein Gedanke. Das ist ein guter Weg und gibt mir etwas Sicherheit.

Happy_End_Enry_6Ich sah ihn und war gleich in ihn verliebt, warum auch immer, gesehen und ja gesagt. Und so holte ich ihn Mitte März am Flughafen Tegel ab. Zur späten abendlichen Stunde kamen wir dann bei mir zu Hause an und auf einmal wuselte wieder ein Vierbeiner durch meine Wohnung, nachdem es zwei Jahre so still hier war. Ich saß auf der Couch, beobachte diesen kleinen Kerl, der so vertrausensvoll und ohne Scheu und Angst war, und alles neugierig in meinen und nun auch seinen vier Wänden inspizierte.

Und dabei schossen mir tausende von Gedanken durch den Kopf: Was hab ich mir dabei nur gedacht, Ojeee, Wie war das nochmal mit der Stubenreinheit und Hundeerziehung …und… und … und…

Happy_End_Enry_4Also hiess es die erste Zeit alle 2-3 Stunden raus. Man war ich geschlaucht! Man vergisst doch wie anstrengend sowas war, aber  nach 2 Wochen war Enry dann stubenrein und konnte auch schon viele Tricks und Grundkommandos, denn er ist nämlich ein sehr schlaues und helles Köpfchen, das gerne lernt. Auch draussen machte er sich in der Großstadt gut. Keine Angst vor Autos, Staßenbahnen, Menschen und allem was in Berlin so kreucht und fleucht. Also entschied ich mich dann, nachdem die Pflegestellenzeit vorbei war, ihn zu behalten.

Er hatte mich ja eh schon längst um den Finger gewickelt, der kleine Gauner. Nur ein großes Problem tat sich auf und war nicht so leicht in den Griff zu bekommen. Anderen Hunden an der Leine zu begegnen. Anfangs war es noch leicht und er war auch noch nicht richtig hier angekommen, aber nachdem er immer sicherer im neuen Heim wurde und auftaute, zeigte er mir auch draussen sein ganzes  spanisches Temperament.

Da wurde aus dem kleinen zarten Reh ein echter spanischer Macho und es wurde geschrien, gepöbelt und gemotzt ohne Ende und ich merkte, dass ich da alleine nicht weiter kam. Er mag also doch nicht jeden Hund, stellte ich dann leider mit immer mehr Klarheit fest. Es gibt Hunde, die er wirklich mag, Hunde die er duldet und Hunde die er gerne sofort angehen würde, wenn er könnte wie er wollte. Was für eine Herausforderung !

Happy_End_Enry_7Also holte ich mir, nachdem ich irgendwann echt verzweifelt war und viele Tränen rollten, (denn damit hatte ich nicht gerechnet, Leinenagressivität war mir als Hundebesitzer doch noch relativ neu und ich hatte auch noch nicht die ausreichende Erfahrung damit, denn mein alter Hund kam super mit jedem Artgenossen klar) Hilfe und Rat bei einer wunderbaren und ganz lieben Hundetrainierin.

Und mit ganz, ganz viel Geduld und Spucke trainieren wir bis heute fleißig und haben schon große Fortschritte gemacht. Wir kommen nun an 60-70% der Hunde ruhig vorbei, das war vorher undenkbar. Wir können nun auch auf ausgewählte Hunde ruhig zugehen und Kontakt aufnehmen- ganz entspannt oder einfach weitergehen, wenn ich merke es passt nicht. Die einzige Hürde sind nur die freilaufenden Hunde, die uns schon noch im Training hin und wieder kurz zurückwerfen können, wenn sie aus dem Nichts auf uns zugestürmt kommen, aber auch da üben wir ruhig zu bleiben, vorallem ich das Atmen nicht zu Vergessen und zu entspannen ;-)… und es zu händeln.

Happy_End_Enry_3Auch zeigte sich nun, daß Enry doch ein waschechter Terrier ist und gerne Eichhörnchen, Katzen, Marder und anderes Kleintier, das nicht Hund ist, draussen jagen würde, wenn ihn diese furchtbare Schleppleine nicht immer irgenwann bremsen würde, aber noch bewahrt sie ihn dann vor den Gefahren der Stadt. Aber das Hören und Abrufen üben wir zur Zeit sehr intensiv und es klappt auch immer besser. Auch kann er mittlerweile 2-3 Stunden alleine sein – großartig :-). Ich bin sehr stolz auf uns beide!

Happy_End_Enry_1Und so haben wir weiterhin eine Menge zusammen zu lernen und wachsen dadurch auch immer mehr zusammen und werden ein gutes Team.  Und natürlich lieben wir zwei es dann nach fleissigem Üben gemeinsam zu toben und ausgiebig daheim zu kuscheln und Siesta zu halten, denn darin ist Enry ein wahrer Meister und  liegt am liebsten auf meinem Schoss oder in meinen Arm eingekringelt und lässt es sich gut gehen und sich nach Strich und Faden verwöhnen und kraulen.

Ich würde ihn, auch wenn er kein „Leichter“ ist, nicht wieder hergeben wollen. Ich glaube jeder Hund der zu einem kommt hat einen bestimmten Grund und eine Aufgabe für einen selbst und für ihn…und so habe ich nun seit fast einem halben Jahr einen kleinen spanischen Mini Macho, der mich jeden Tag mit seinem zauberhaften und einzigartigen Wesen begrüßt und wir beide schauen, was das Leben weiter für uns bereit hält.

 OLÉ