Happy End-Geschichte von MALU (HANNA)

Happy_End_Malu_1Wir beiden sind mit Hunden an unsere Seite groß geworden und als wir zusammenzogen, war es schon ungewohnt ohne Fellnase an unserer Seite. Auch wenn man diese „Freiheit“ erst einmal genossen hat, wurde uns doch immer bewusster, dass uns etwas ganz großes fehlt. Der Gedanke einen Vierbeiner zu uns zu holen verfestigte sich immer mehr…
Wir lieben Tiere; wir lieben Hunde und besonders große Hunde. Eigentlich war uns sofort klar, dass wir gerne eine Fellnase der sogenannten „starken Hunderasse“ hätten. Ja, ein Pitbull wäre schon etwas Feines. Doch die Gesellschaft macht es einen wirklich schwer, sich für diese Hunde einzusetzen (mal ganz Abgesehen von dem Haltungsverbot)
Nach vielen langen Gesprächen hatte ich meinen Freund dann nun doch überzeugt, sich wenigstens mal mit dem Gedanken anzufreunden evtl. doch einen Hund aus dem Ausland zu holen. Schließlich gibt es viele Hunde wo die Rasse nicht eindeutig bestimmt werden kann und sie vielleicht steckt doch etwas „starkes“ in ihnen…

So saßen wir also beim Osterbrunch mit der Familie, hatten wieder eine dieser „Diskussionen“ über Hunde aus dem Ausland und die „Ihr wollt doch nicht wirklich etwas‚ dass nach ‚Kampfhund‘ aussieht“-Aussagen. Da ich mit den Vorurteilen aufräumen wollte, stöberte ich auf der Seite der Tiervermittlung und da war sie plötzlich! HANNA (wie sie damals genannt wurde).
Dieser kleine Knäuel hatte etwas an sich. Etwas Starkes und eine unbeschreibliche Anziehungskraft!
Ich las mir alles durch. Zeigte das Foto herum und auch bei allen anderen öffnete sich sofort etwas in deren Herzen. Zur genauen Rasse gab es keine Angaben. Sie war ein MISCHLING mit dem gewissen Aussehen….
Den restlichen Tag mussten wir uns immer wieder dieses Foto anschauen. Ihre traurigen kleinen Knopfaugen hatten uns verzaubert und schon da fingen wir an uns vorzustellen, wie es wohl wäre sie bei uns zu haben?!
Wir waren verliebt!
Also haben wir direkt eine Anfrage geschickt… und dann ging alles ziemlich schnell 
Die Vermittlung und die Betreuung durch Andrea war einfach super!
Anfang April dann, ich war gerade beruflich in Köln, bekam ich von Andrea neue Fotos von unserer kleinen Maus und war – ich muss es ja wirklich zu geben – im ersten Moment etwas geschockt!
Sie sah gar nicht mehr aus, wie wir sie „kennengelernt“ hatten und auch mein Freund sagte: „Das ist doch nicht unser Hund oder?“
Doch sie war es! Und jeder weiß, wo die Liebe hinfällt, bleibt die Liebe!!!
Mit jedem neuen Foto (ja wir waren schon sehr Fotogeil :D) und weiteren schmachtenden Blicke auf unseren Hund wuchs die Vorfreude ins unermessliche.
Natürlich haben wir uns immer wieder gefragt, wie es mit Malu (so hatten wir sie bereits vor ihrer Ankuft getauft) werden wird. Wird sie sehr ängstlich sein? Welche „Probleme“ würden auf uns zukommen, bei der wir ihr helfen müssen sie zu bewältigen?! Würde sie sich gut in unsere Familie einfügen? Mit dem Hund meiner Mutter und auch mit anderen Hunden gut auskommen?
Wir waren uns ganz sicher, dass wir alles irgendwie hinbekommen würden, egal wie lange es dauern sollte. Wir wollten ihr die Zeit, die Zuwendung, die Liebe und die Sicherheit (das was ihr Name nun auch bedeutet) geben, die sie braucht und verdient hat!

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Die Wochen zogen sich hin wie Kaugummi…
Dann war es endlich soweit! Der 14.05.2016 war endlich gekommen und wir fuhren zum vereinbarten Treffpunkt, an dem die Tiere aus ‚La Linea‘ ankommen sollten. Auch dort wurden wir sehr freundlich in Empfang genommen und konnten uns die Wartezeit mit netten Gesprächen vertreiben.
Natürlich hatte dann, nachdem die Tiere ankamen, jeder nur noch Augen für seinen neuen Liebling und wollte so schnell wie möglich das neue Zuhause zeigen.

Zurück in Bremerhaven war Land unter. Es goss wie aus Kübeln und der arme Hund wollte einfach nicht laufen.
In der Wohnung taute sie allerdings sofort auf! Sie rannte durch die Bude und hatte sichtlich Spaß alles zu erkunden. Vom komischen Spiegelbild, dass sogar frecher Weise zurück bellt, über den Stubentisch, bis hin zu diesen beiden Zweibeinern die anscheinend doch ganz okay sind. Wir haben uns zurückgezogen und sie erst einmal machen lassen. Nach guten zwei oder auch drei Stunden kam sie in die Wanne und wurde einmal schön abgeduscht.
Ich glaube sie wusste dass sie sich damit von all dem säubern konnte, was bis dahin auf ihren Schultern lag, denn es war das erste und einzige duschen was sie für die nächsten 2 Monate ohne Protest über sich ergehen ließ ;P
Die ersten Tage verliefen ohne großartige Probleme!-welch ein Glück! Sie hatte schnell raus, dass fremde Menschen mit Hund okay waren und die, die sich ohne tierischen Gefährten auf sie zubewegten eher aus Entfernung abgecheckt werden mussten.

Happy_End_Malu_3Nach einer knappen Woche ging es dann los….
Malu wollte nicht mehr Gassi gehen. Besonders im Abendbereich verweigerte sie sich völlig. Auch Regen war ganz doof!
Wege von 15 Minuten zogen sich zu 45Minuten „Spaziergängen“ hin, in denen sie –wenn wir Glück hatten- sie sich kurz entleerte. Meist tat sie dies dann doch lieber in der Wohnung.
Wir ließen ihr die Zeit. Versuchten sie dadurch zu überzeugen, dass es nicht schlimm ist und besonders im Dunkeln, weil wir ja da sind und sie beschützen.
Trotz alldem wurde sie nicht in Watte gepackt. Sie musste sich ihrer Angst stellen und sie, mit unserer Hilfe überwinden!
Gleich von vorne herein haben wir sehr viel Wert drauf gelegt, sie mit anderen Hunden in Kontakt zu halten. Immerhin war sie bis zu ihrer Ankunft tagtäglich mit ihren Geschwistern und anderen Hunden zusammen…
Sie und die Hündin meiner Mutter liebten sich gleich abgöttisch vom allerersten Augenblick an. Polly (die aus Ungarn stammt und nicht unbedingt jeden Hund gleich an sich heran lässt) nahm sich Malu an; gab ihr jede Freiheit die man sich vorstellen kann und blieb trotzdem die Mentorin, die ihr Regeln und Grenzen zeigte.
Schnell fand sie tierischen Anschluss und baute sich einen „Freundeskreis“ auf.
Wir haben uns auch schon mit den neuen Besitzern von ihrem Bruder getroffen, die gar nicht mal so weit von uns weg wohnen. Das werden wir nun auch regelmäßig tun, denn wir haben festgestellt das Malu wirklich nur dann total glücklich ist, wenn sie mit ihren ganz vertrauten Hundefreunden zusammen ist.
Sie wird nun von Tag zu Tag offener gegenüber Fremden. Sie ist neugierig und geht gern auf Entdeckungsreise. Und es ist einfach schön zu sehen, wie sie aufblüht!
Derzeit steckt sie etwas in der Pubertät und hat entdeckt, dass es ganz viel Spaß macht, Dinge zu zerstören, wenn sie mal allein ist -.-
Aber auch das werden wir schon gemeinsam schaukeln 😉

Happy_End_Malu_2Nun ist sie über drei Monate bei uns und es fühlt sich wie an, als wäre es nie anders gewesen. Ich könnte noch Stunden weiter schwärmen und erzählen 😀 aber kommen wir nun zum Abschluss 😉
Es war die richtige und beste Entscheidung, die wir getroffen haben!
Klar ist es schwer, einen Hund aus einem „Nicht-Perfekten-Umfeld“ zu bekommen. Einen Hund der weder großartig Regeln noch Grenzen, ganz zu schweigen vom Umgang mit anderen Lebewesen, kennt. Einem Hund, bei dem man nicht weiß, was er wirklich alles durchgemacht hat. Einem Hund, bei dem man nicht weiß ob er wirklich zu einem passt oder nicht. Einem Hund zu dem man im Vorfeld keinerlei Bindung aufbauen konnte.
Aber diese Liebe, die dir genau DIESE Hunde geben werden, wenn du ihnen Zeit lässt in ihrem Herzen anzukommen ist unbezahlbar!!!!
Es ist sogar so ein gutes Gefühl, dass wir Malu noch etwas Gutes tun wollten und einen Kameraden für sie gesucht haben…. Und wie der Zufall es so wollte, wird genau heute in einer Woche (27.08.16) der Transport aus ‚La Linea‘ ihren Bruder Alexander zu uns bringen!
Wir hoffen Moe (so wird er heißen) träumt –dieser Name bedeutet nämlich auf Hawaiianisch Träumer- schon jetzt von seiner neuen Familie und freut sich genauso doll wie Malu 😉