Als ich Kane im Januar 2025 das erste Mal gesehen habe, berührte er mich vom ersten Moment an.
Diese Augen, dieses Schicksal. Kane ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Immer wieder ging ich auf seine Seite. Ich kontaktierte Christiane.
Christiane nahm sich dem sofort an und kontaktierte Angelika, die gerade in Spanien vor Ort war und hat uns mehr Informationen durchgeben können. Puh, das mussten wir erstmal verarbeiten .
Nach langer Überlegung war es dann so weit und wir haben uns entschieden als Familie, Kane kommt zu uns. Auch wenn es nicht einfach war, dass er nach Deutschland kommt, kämpften wir um ihn .
Uns war klar, wir wollten nur ihn.
Danke Christiane, du wusstest es. Du hast mit mir zusammen gekämpft.
Wir stornierten alle Urlaube und dann zog Kane am 19. Juli 2025, ein halbes Jahr später bei uns ein. Dann war der Tag gekommen. Kane abholen.
Mit der Box übergeben in Hamburg, ging es nach Haus. In Sein zu Haus.
Kane seine ersten Tage, waren emotional kaum zu ertragen. Er hatte sich aufgegeben, starrte Tage nur nach vorn. Leere in seinen Augen. Bei einer noch so kleinen Bewegung in seine Richtung erstarrte er förmlich und zitterte vor Angst – er machte klar, lasst mich.
Wir ließen ihn die ersten Tage komplett in Ruhe. Er bewegte sich nur innerhalb seiner Box, alles andere undenkbar.
Nun konnte der Aufbau langsam beginnen, kleine Schritte, jeden Tag neue, die für ihn riesig waren. Mit viel Zeit, Geduld und Verständnis für ihn haben wir es geschafft, ganz langsam Vertrauen aufzubauen und er kämpfte sich zurück ins Leben.
Wir gaben ihm den nötigen Raum, Ruhe und Liebe, die er brauchte. Wir gingen den Weg mit ihm zusammen.
Erste kleine Berührungen, die er zuließ. Die ersten Leckereien, die er aus der Hand nahm. Das erste zaghafte Schwanzwedeln .
Der erste Blick in unsere Richtung, wow! Diese Augen… Und nach und nach kam sein Leuchten zurück, sein wunderschönes Wesen. Den Kane, den ich von Anfang an gesehen habe, war endlich da!
12 Wochen dauerte es Vertrauen aufzubauen. Er kam, auch wenn nur minimal, aus seiner Box, seinem geschützten Bereich, was ein Fortschritt.
Und dann war es soweit und ich entschied, aus dem Bauch heraus, ihn einfach auf dem Arm zu nehmen, und in den Garten zu bringen. Raus in die große Welt. Hätte auch nach hinten losgehen können, ging aber gut und mein Bauchgefühl täuschte mich nicht .
Dann ging es bergauf. Kane löste nach und nach alle Blockaden. Jeder Rückschritt, war kein Problem. Fingen wir eben wieder von vorn an. Wollte er nicht in die Richtung, gingen wir eben in die andere. Kane blockiert bei Treppen, enge Straßen. Kein Problem, gehen wir außen rum.
Und heute, verbringen wir viel Zeit in der Natur. Kane liebt es rauszugehen, mit uns in den Urlaub zu fahren. Er lebt endlich ein normales Hundeleben.
Nach 12 Monaten Rückblick, hat sich alles gelohnt und ich würde es genauso wieder tun .
Kane ist ein wunderbarer Rüde, der alle Menschen liebt und allen Hunden nett begegnet. Kane und seine beiden Mädels Betty Pip (auch eine Angsthündin von SALVA) und Wilma sind zu einem tollen Trio zusammengewachsen .
Kane ist nun 1 Jahr bei uns und wir haben uns entschieden, Kane bleibt. Wir adoptieren ihn und lassen ihn nicht mehr gehen .
Kane ist ein wunderschöner, gesunder, fröhlicher, zufriedener und lustiger Bub, mit jeder Menge Mist im Kopf, der uns täglich zum Lachen bringt. Er hatte es so verdient gesehen zu werden.
Das Schicksal hat uns zusammengebracht. Wir sind gemeinsam gewachsen.
Ein Angsthund schenkt sein Vertrauen nicht jedem. Und das zu schaffen, geht tiefer als alles andere .
Danke Christiane! Du warst immer da, hast mit mir geweint, jeden Fortschritt mit mir gefeiert.
Wir alle geben den Hunden eine Stimme und ich wünsche mir, dass viele auch den Mut aufbringen, das gleiche zu tun.
Angelika! Danke auch an Dich. Was du vor Ort tust, ist einfach großartig .











