Leishmaniose

Leishmaniose ist keine virale oder bakterielle Erkrankung, sondern eine Infektionskrankheit, die durch einzellige Parasiten (Leishmanien) verursacht wird.

Sie kommt hauptsächlich in den Mittelmeerländern wie Spanien, Portugal, Italien und Griechenland, mittlerweile aber auch in weiteren Ländern vor. Da viele unserer Hunde aus diesen Regionen stammen, werden Interessenten häufig mit diesem Thema konfrontiert und auch verunsichert.

Wie wird Leishmaniose übertragen?

Leishmaniose wird nahezu ausschließlich durch den Stich einer mit Leishmanien infizierten Sandmücke übertragen. Diese nimmt den Erreger beim Blutsaugen auf und kann ihn auf einen Hund übertragen.

Besteht eine Gefahr für Menschen oder andere Haustiere?

Nein. Ein an Leishmaniose erkrankter oder positiv getesteter Hund stellt im Alltag keine Ansteckungsgefahr für Menschen oder andere Haustiere dar. Für eine Übertragung ist grundsätzlich die im Herkunftsland beheimatete Sandmücke als Zwischenwirt erforderlich. Eine Ansteckung im normalen Zusammenleben ist nicht möglich. Hunde können sich weder durch gemeinsamen Kontakt, Spielen, Fressen oder Trinken noch durch gegenseitiges Beschnuppern infizieren.
Mückenarten, die bei uns beheimatet sind, können die Krankheit nicht übertragen.

Bedeutet ein positiver Test, dass der Hund krank ist?

Nein. Das ist ein weit verbreitetes Missverständnis.

Viele Hunde tragen den Erreger in sich, ohne jemals zu erkranken. Ein positiver Bluttest bedeutet zunächst lediglich, dass der Hund Kontakt mit dem Erreger hatte. Ob tatsächlich eine behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt, hängt von den klinischen Symptomen und weiteren Untersuchungsergebnissen ab.

Welche Symptome können auftreten?

Falls die Krankheit ausbricht, können unter anderem folgende Anzeichen auftreten:

  • Gewichtsverlust
  • Hautveränderungen oder Haarausfall
  • schlecht heilende Wunden
  • übermäßiges Krallenwachstum
  • geschwollene Lymphknoten
  • Müdigkeit oder Fieber
  • in fortgeschrittenen Fällen Nierenprobleme

Nicht jeder Hund zeigt dieselben Symptome, und viele bleiben ihr Leben lang beschwerdefrei.

Wie wird Leishmaniose behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach dem Gesundheitszustand des Hundes. Nicht jeder positiv getestete Hund benötigt Medikamente.

Ist eine Therapie erforderlich, steht heute eine große Bandbreite wirksamer Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Ziel ist es, die Erkrankung dauerhaft zu kontrollieren und dem Hund eine gute Lebensqualität zu ermöglichen. Vollständig heilbar ist die Erkrankung nicht. Es kann aber durchaus ein Zustand erreicht werden, in dem die Leishmaniose nicht mehr im Blut nachweisbar ist. Regelmäßige tierärztliche Kontrollen sind dabei ein wichtiger Bestandteil der Betreuung.

Wie sind die Aussichten?

Die Prognose ist in den meisten Fällen gut. Zahlreiche Hunde mit Leishmaniose leben – bei angemessener tierärztlicher Betreuung – viele Jahre mit einer ausgezeichneten Lebensqualität. Viele können ein völlig normales Hundeleben führen.

Fazit:

Ein positiver Leishmaniose-Test sollte kein Grund sein, einen Hund grundsätzlich von einer Adoption auszuschließen. Entscheidend ist nicht allein das Testergebnis, sondern der Gesundheitszustand des einzelnen Hundes.

Wir informieren unsere Interessenten offen über die jeweiligen Untersuchungsergebnisse und beraten Sie gerne, falls bei einem Hund, den Sie gerne bei sich aufnehmen möchten eine Leishmaniose-Infektion festgestellt wurde.