Chihuahua Papi, 11/2012, ca. 20 cm, 45481 Mülheim a.d. Ruhr
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Am Ende stand Liebe…

Manchmal dürfen wir wenigstens das Ende ihrer Geschichte neu schreiben.

Wir können nicht ungeschehen machen, was einem Hund angetan wurde. Wir können seine Vergangenheit nicht ändern und ihm verlorene Jahre nicht zurückgeben.

Chihuahua Papi, 11/2012, ca. 20 cm, 45481 Mülheim a.d. RuhrAber manchmal dürfen wir wenigstens das Ende seiner Geschichte neu schreiben. Unser kleiner Papi war 14 Jahre alt, als er vor einigen Wochen schwer verletzt in eine spanische Tierklinik kam. Sein Besitzer sprach von einem Hundebiss. Doch es gab keine entsprechenden Wunden. Die Röntgenbilder zeigten die traurige Wahrheit: Papi hatte einen beidseitigen Kieferbruch – eine frische und eine bereits ältere Fraktur.

Was dieser winzige Hund erlebt haben muss, möchten wir uns kaum vorstellen. Nach einer aufwendigen Operation bekam Papi die Chance, nach Deutschland auf eine liebevolle Pflegestelle zu reisen und sich dort zu erholen. Schnell zeigte sich, wie tief seine seelischen Wunden waren.

Papi hatte Angst vor menschlichen Händen. Berührungen konnte er kaum ertragen und manchmal schrie er vor Angst.

Und trotzdem liebte er seine Pflegefamilie – auf seine ganz eigene, vorsichtige Art. Er folgte seinen Menschen, hielt sich gerne in ihrer Nähe auf und durfte dabei immer selbst entscheiden, wie viel Nähe möglich war. Niemand verlangte etwas von ihm.

Chihuahua Papi, 11/2012, ca. 20 cm, 45481 Mülheim a.d. RuhrPapi durfte einfach Papi sein. Rein und raus in den Garten, wann immer er wollte. Sein eigener Rhythmus, seine eigenen Regeln – und immer ein bisschen das Gefühl, der Chef zu sein, wie seine Pflegefamilie ihn so liebevoll beschrieb.

Und in den letzten Tagen geschah etwas Wunderschönes: Papi ließ immer mehr Nähe zu. Schließlich legte er sich sogar auf den Bauch seines Menschen.

So viel Vertrauen – nach allem, was gewesen war.

Und genau dort ist unser kleiner Papi letzte Nacht ganz still und leise aus dem Leben geschlichen.

Es zerreißt uns das Herz, dass ihm nicht mehr Zeit geblieben ist.

Doch seine letzten Wochen waren anders.
Er war sicher.
Er war frei.
Seine Grenzen wurden respektiert.
Und vor allem: Er war geliebt.

Vielleicht konnten wir seine Vergangenheit nicht ändern. Aber wir durften das Ende seiner Geschichte neu schreiben.

Und am Ende stand nicht mehr die Angst.
Am Ende stand Liebe.
Mach’s gut, kleiner Papi.

Und natürlich darfst du auch dort oben wieder ein bisschen der Chef sein.